Hessen erwirbt 24,5 Hektar in Wiesbaden für zentralen Polizeistandort

Hessen erwirbt 24,5 Hektar in Wiesbaden für zentralen Polizeistandort
Hessen erwirbt 24,5 Hektar in Wiesbaden für zentralen Polizeistandort | Bild: Stadt Wiesbaden

Das Land Hessen hat eine rund 24,5 Hektar große Fläche im Gewerbegebiet Petersweg in Wiesbaden gekauft, um dort einen zentralen Standort für mehrere Einheiten der Landespolizei zu schaffen. Der Kaufvertrag über etwa 52 Millionen Euro wurde in dieser Woche notariell beurkundet. Ziel ist die Zusammenlegung bisher über die Stadt verteilten Einrichtungen und der Beginn weiterer Planungen für einen langfristigen Neubau.

Kauf, Fläche und formale Schritte

Die verkauften Grundstücke liegen im Gewerbegebiet Petersweg Ost und sind derzeit unbebaut. Nach einer gemeinsamen Absichtserklärung Ende 2022 verhandelten Land und Stadt über den Verkauf. Die Stadtverordnetenversammlung hatte dem Verkauf am 20. November zugestimmt. Mit der notariellen Beurkundung ist nun die Voraussetzung geschaffen, in die konkrete Planungsphase einzutreten.

Welche Behörden zusammengeführt werden sollen

Vorgesehen ist, dass das Polizeipräsidium für Technik, das Polizeipräsidium Einsatz sowie die Hochschule für Öffentliches Management und Sicherheit auf dem neuen Areal untergebracht werden. Durch die räumliche Nähe sollen Aus- und Fortbildung, die Vorbereitung und Bewältigung von Einsatzlagen sowie die Entwicklung und Beschaffung von polizeispezifischer Technik enger verzahnt werden.

Finanzminister R. Alexander Lorz bezeichnete den Grundstückskauf als grundlegenden Meilenstein auf dem Weg zur Zusammenlegung verschiedener Standorte. Er verwies darauf, dass die Suche nach geeigneten Flächen komplex gewesen sei und die Umsetzung des Großprojekts noch Zeit erfordere. Langfristig würden Polizeibeamtinnen und Polizeibeamte am gemeinsamen Standort kürzere Wege haben und der persönliche Austausch erleichtert.

Innenminister Roman Poseck hob den organisatorischen und operativen Mehrwert hervor. Die Bündelung der Kräfte an einem Ort erzeuge effizientere Abläufe, verkürzte Kommunikationswege und eine bessere Zusammenarbeit vor Ort. Ziel sei es, die Einsatzfähigkeit weiter zu optimieren und die Polizei leistungsfähig und bürgernah aufzustellen.

Ausblick auf Planung, Bau und Folgen für die Stadtentwicklung

Die Realisierung des neuen Standorts ist als mehrstufiges Vorhaben geplant und soll sich bis weit in die 2030er Jahre erstrecken. Die Stadt erhofft sich einen zügigen Baubeginn. Oberbürgermeister Gert Uwe Mende betonte, dass mit dem Vertrag die Grundlage geschaffen sei, um Wiesbaden als Standort für die betreffenden Landesbehörden zu sichern und die Rahmenbedingungen für Landes und Bundesbehörden zu verbessern.

Gleichzeitig wies Mende darauf hin, dass durch den Verkauf Flächen für Gewerbeentwicklung verloren gingen. Die Stadt erwartet Unterstützung des Landes bei der Ausweisung neuer Gewerbegebiete, um den entstehenden Bedarf für die wirtschaftliche Entwicklung auszugleichen.

Mit dem Ankauf hat das Land die rechtlichen Voraussetzungen für die Zusammenlegung geschaffen. Die konkreten Planungen für die Bebauung und die weiteren Schritte zur Umsetzung des Projekts sollen nun folgen.

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