
Mit einer Auftaktveranstaltung im Rathaus hat die Stadt Wiesbaden am 1. April das inklusive Kunstprojekt touched by art offiziell begonnen. Oberbürgermeister Gert-Uwe Mende eröffnete die Veranstaltung und stellte das Kernteam vor. Vertreterinnen und Vertreter aus Kultur, Politik und Sozialwesen wohnten der Vorstellung bei.
Projektstruktur und Teilnehmende
Im Zentrum des Vorhabens stehen zehn künstlerische Tandems, jeweils aus einer Person mit und einer Person ohne Beeinträchtigung. Die Teams arbeiten in barrierefreien Ateliers im Palasthotel in zwei Phasen, jeweils über vier Wochen im April und im Mai. Neben bildender Kunst ist ein weiteres Tandem für Musik und Literatur geplant.
An dem Programm beteiligen sich unter anderem die Künstlerinnen und Künstler Marion Eichmann, René Dantes, Katrin Kampmann, Helge Leiberg, Eva Ohlow, Thomas Reifferscheid, Renata Tumarova, Silvia Willkens, Miriam Vlaming und Susanne Zuehlke. Die teilnehmenden Künstlerinnen und Künstler mit Beeinträchtigung werden von Trägern der Eingliederungshilfe begleitet, darunter EVIM Teilhabe gGmbH, IFB Stiftung, Facettenwerk, Vitos, Werkgemeinschaft sowie Eigenart und die Kunstwerker.
Prominente Botschafter wie Udo Lindenberg, Yayoi Kusama und Gerhard Richter unterstützen das Projekt und sollen die Sichtbarkeit von Kunstschaffenden mit Behinderungen erhöhen.
Arbeitsphase, Dokumentation und Begleitprogramm
Der künstlerische Prozess wird filmisch dokumentiert, um Einblicke in die Arbeitsweisen und Begegnungen zu ermöglichen. Als Teil des Begleitprogramms zeigt das Caligari Kino Wiesbaden am 13. Mai den Film Zeppelin oben rechts. An dem anschließenden Filmgespräch nimmt unter anderem Andreas Winkel teil. Andreas Winkel ist Beauftragter der Hessischen Landesregierung für Menschen mit Behinderungen.
Ein wichtiger Öffentlichkeitstermin ist die Versteigerung der entstandenen Werke am 25. Juni im Museum Reinhard Ernst, die in Kooperation mit dem Auktionshaus Christie’s stattfinden soll. Die Erlöse sind für die nachhaltige Förderung inklusiver Kunstprojekte in Wiesbaden vorgesehen. Anschließend werden die Arbeiten vom 17. Juli bis zum 23. August im Bellevue Saal ausgestellt. Die Vernissage ist für den 17. Juli um 19 Uhr angesetzt.
Ziele und politische Einordnung
Oberbürgermeister Mende betonte, dass das Projekt mehr als eine Aktion sei. Er sagte: „Was heute beginnt, ist mehr als ein Projekt, es ist eine Haltung.“ Ziel sei es, Begegnung zu ermöglichen und dauerhafte Strukturen für kulturelle Teilhabe in Wiesbaden aufzubauen. Die kommunale Inklusionsbeauftragte Andrea Hausy, die die Initiative angestoßen hat, erklärte: „Inklusion ist ein Mehrwert für uns alle, kulturell, gesellschaftlich und menschlich.“
Die Landeshauptstadt versteht touched by art als langfristigen Impuls für eine inklusive Kulturentwicklung. Die Kooperation mit Trägern der Eingliederungshilfe, die filmische Begleitung sowie die geplante Auktion und Ausstellung sollen die Teilhabe von Kunstschaffenden mit Beeinträchtigungen stärken und sichtbar machen.
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