Wiesbadener Kita erhält 1.000 Euro und Lernroboter für Ausbau zum MINT Labor

Wiesbadener Kita erhält 1.000 Euro und Lernroboter für Ausbau zum MINT Labor
Wiesbadener Kita erhält 1.000 Euro und Lernroboter für Ausbau zum MINT Labor | Bild: Stadt Wiesbaden

Die städtische Kindertagesstätte Europaviertel in Wiesbaden hat eine Spende in Höhe von 1.000 Euro für den Ausbau ihres technischen und naturwissenschaftlichen Angebots erhalten. Die Zuwendung stammt von der netorium AG. Bei der Übergabe waren unter anderem Sozialdezernentin Dr. Patricia Becher, Vertreterinnen und Vertreter der Abteilung Kindertagesstätten und Kindertagespflege sowie Mitglieder des Fördervereins der Kita anwesend.

Spende und zusätzliche Sachspende

Die Förderung ist Teil einer Aktion, die netorium über den eigenen LinkedIn Kanal durchgeführt hat. Dort wurden Interaktionen gesammelt, wodurch zunächst 680 Euro zusammenkamen. Das Unternehmen stockte den Betrag auf 1.000 Euro auf. Zusätzlich stellte das Unternehmen Moravia Consulting spontan einen Cubetto Lernroboter aus Holz zur Verfügung. Der Coding Roboter ist für Kinder ab drei Jahren gedacht und soll einen bildschirmfreien Einstieg in das Programmieren ermöglichen.

Vorbilder aus der Praxis: MINT als Schwerpunkt

Die Kita Europaviertel hat nach Angaben der Einrichtung bereits seit mehreren Jahren einen klaren MINT Schwerpunkt. In sieben Gruppen werden 147 Kinder im Alter von drei bis sechs Jahren betreut. 29 Mitarbeitende begleiten den Alltag nach dem Freinet Konzept. Lernen soll demnach an Alltagssituationen anknüpfen: Kinder beobachten, experimentieren, stellen Fragen und entwickeln Lösungen. Seit 2014 gibt es in Kooperation mit Martin Hezel das Projekt Der Rote Koffer, das handwerkliche Tätigkeiten wie Sägen oder Hämmern mit frühen informatischen Bildungsinhalten verbindet. Regelmäßige Projekte umfassen unter anderem einen Parkour für die Logo Maus, eigene Toniboxen und Experimente mit Elektronik.

Nächste Schritte und regionale Vernetzung

Die Spende ist für die qualitative Weiterentwicklung der bestehenden Holz und Töpferwerkstatt vorgesehen. Der vorhandene Raum soll modular ausgebaut und stärker auf forschendes Lernen ausgerichtet werden. Ziel ist, Kindern mehr Möglichkeiten zu geben, naturwissenschaftliche und technische Fragestellungen eigenständig zu erkunden. Perspektivisch sollen Materialien auch anderen Einrichtungen zugänglich gemacht werden.

Die Maßnahme steht in Verbindung mit der Netzwerkpartnerschaft der Landeshauptstadt Wiesbaden und der Stiftung Kinder forschen. Die Abteilung Kindertagesstätten und Kindertagespflege ist seit Januar 2025 Teil des regionalen Netzwerks Wer? WI? Was? Kinder forschen in und um Wiesbaden. Über dieses Netzwerk können pädagogische Fachkräfte Fortbildungen besuchen und Einrichtungen sich zertifizieren lassen.

Reaktionen der Beteiligten

Netorium Vorstand Peter Frantz betonte, dass Technologie für sein Unternehmen mehr als ein Beruf sei und die Freude an Technik und Entwicklung geteilt werden solle. Die Firma fördere deshalb gezielt MINT Projekte, um Neugier und Entdeckergeist zu unterstützen. Eine Vertreterin aus dem Marketingteam von netorium bezeichnete die Kampagne als Herzenssache, die junge Menschen für naturwissenschaftliche Fächer und Technologien begeistern soll.

Sozialdezernentin Dr. Patricia Becher verwies auf die Bedeutung früher MINT Bildung für Chancengleichheit und Zukunftskompetenzen. Wenn Kinder lernen, Fragen zu stellen und eigene Lösungen zu entwickeln, gewinnen sie nach ihrer Darstellung Selbstvertrauen und Orientierung für ihren weiteren Bildungsweg. Sie dankte netorium und Moravia Consulting für die Unterstützung des Projekts.

Nach der offiziellen Übergabe sollen die nächsten Planungsschritte für das modulare MINT Labor konkretisiert werden. Die neuen Angebote sollen schrittweise in den Kita Alltag integriert werden.

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